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Kurse - deutschsprachige Kurse suchen

Einführung
Basierend auf den weit gestreuten klinischen und wissenschaftlichen Stärken unserer internationalen Fakultät beschäftigt sich unser Ausbildungsprogramm vorwiegend mit der Rolle des Nervensystems in der Rehabilitation. In sieben qualitäts-gesicherten Kursen werden dabei Themen von peripheren Nerveneinklemmungen bis zu chronischen pathologischen Schmerzzuständen und ernsthaften Nervenverletzungen besprochen.

Besonderheiten

Vorteile

Regionen und Sprachen
NOI Kurse werden derzeit in Australien, Neuseeland, Asien, USA, Kanada und verschiedensten europäischen Ländern durchgeführt. Seit langem bestehen Fakultäten in deutsch-, italienisch- und englisch sprachigen Ländern und seit kurzem geben wir auch Kurse in Skandinavien. Alle Kurse werden durch NOI eigene Texte, Produkte und qualitativ hochwertige Kursskripte und Bildmaterial unterstützt. Anschließend an die Kurse haben Teilnehmer Zugang zu Internet gestützten Informationsforen und können sich registrieren lassen um regelmäßige wissenschaftlich ‚updates’ geschickt zu bekommen.

Instruktoren
NOI Instruktoren werden selektiv auf Grundlage Ihrer Fachkenntnisse und klinischen Erfahrungen ausgesucht. Alle Instruktoren haben eine universitäre manualtherapeutische Weiterbildung (Masters, Postgraduate Diplomas, PHDs), sind Mitglied in nationalen manualtherapeutischen oder Schmerzgesellschaften und Mitglied der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP). Kurse die in nicht-englisch sprachigen Ländern angeboten werden, werden überwiegend durch Instruktoren durchgeführt die die jeweilige Sprache sprechen.

Kursorganisation
Sollten Sie oder Ihre Organisation Interesse an der Ausrichtung oder Koordination eines NOI Kurses haben - entweder für eine geschlossene Gruppe oder für allgemeine Interessenten - dann können Sie sich gerne jederzeit für weitere Informationen per email an NOI: info@noigroup.com wenden.

Das NOI-Kursprogramm 2009

course diagram

Level 1


Mobilisation des Nervensystems (3 tage)

Wissenschaftliche Studien haben in den letzten Jahren immer klarere Einsicht gegeben in den theoretischen Hintergründen neuraler Dysfunktionen. Klinische Studien, wie wir sie auch selber durchgeführt haben, haben weiter eindeutig demonstriert, dass Nerven „bewegliche“ Strukturen sind, welche sich gezielt und teilweise isoliert gegenüber benachbarten Strukturen mobilisieren lassen. Deshalb sollten spezifische Mobilisationstechniken der neuralen Strukturen in die bestehenden Untersuchungs- und Behandlungstechniken integriert werden. Ein solcher neuro-muskuloskelettaler Behandlungsansatz, gekoppelt mit hypothesengesteuertem Clinical Reasoning, ist die Grundlage der NOI-Philosophie.

Was lernen Sie in diesem Kus?

  • Wie Sie Schmerzmechanismen erkennen und klassifizieren können
  • Die Durchführung spezifischer Tests für neurale Strukturen
  • Wie Sie klinische Muster bei Neuropathien erkennen können
  • Die Behandlungsmöglichkeiten bei peripheren Neuropathien und wie Sie diese in Ihre bisherige therapeutische Behandlungsweise integrieren können.

Zielgruppe: Dipl. Physiotherapeuten/Innen, Aerzte/Innen und Chiropraktoren/Innen.

Schmerzen Verstehen (2 tage)

Ein interaktives Seminar, in dem dargestellt wird, wie das Schmerzsystem arbeitet wenn Gefahr für Gewebe und Nerven besteht. Dieser Kurs ist eine verständliche Einführung in die Schmerzphysiologie und interdisziplinär ausgerichtet, so dass Teilnehmer aus möglichst vielen Berufsgruppen die mit Schmerzpatienten arbeiten, daran teilnehmen können.

Ein grundlegendes Verständnis der Schmerzmechanismen ist eine unabdingbare Voraussetzung für klinische Behandlungsentscheidungen und je besser man etwas selber versteht umso leichter fällt es dann auch Patienten aufzuklären, Trotz ihrer Komplexität können Neurowissenschaften Spaß machen. Entdecken Sie die neuesten Erkenntnisse darüber was im Gehirn bei einer Schmerzwahrnehmung passiert und wie sich an den Synapsen ein Schmerzgedächtnis ausbilden kann.

Was lernen Sie in diesem Kus?

  • Tips und Strategien wie Sie dem Patienten seine Schmerzen und Begleitsymptome erklären können
  • Warum Schmerzen chronisch werden können, auch wenn das verletzte Gewebe längst ausgeheilt ist
  • Wie sich Stress im Zusammenhang mit Schmerz auswirkt
  • Wie das Immunsystem, das vegetative System und das endokrine System bei Schmerzen zusammen arbeiten
  • Wissenschaftlich nachgewiesene Behandlungsmethoden: ‚Pacing’ von schmerzauslösenden Bewegungen im Rahmen einer allmählichen Belastungssteigerung, bewusster Einsatz von funktionellen ‚Zielen’, Erweiterung des Therapiespektrums mit virtuellen Körperübungen (dazu gehören die Spiegelboxtherapie, Lateralitätserkennung)

Zielgruppe: Dipl. Physiotherapeuten/Innen, Ergotherapeuten/Innen, Ärzte/Innen, Psychologen/Innen, Chiropraktoren/Innen, Dipl. Sporttherapeuten, Casemanager. Der Kurs „Schmerzen Verstehen“ kann unabhängig von allen anderen Kursen besucht werden.

Level 2


Obere Extremität, Hals- und Brustwirbelsäule (3 tage)

Dieser Kurs thematisiert die Untersuchung und Behandlung physischer Dysfunktionen der neuralen Strukturen im Bereich der oberen Extremitäten, HWS und BWS. Der klinische Teil des Kurses umfasst spezifische neurodynamische Testverfahren betont für einzelne Nerven bzw. Nervenabschnitte. Fallstudien, klinische Aufgaben und Video-Sequenzen von Patientenbehandlungen werden dazu benutzt, klinische und theoretische Aspekte eines neuropathischen Syndroms zu analysieren, interpretieren und ins eigene Clinical Reasoning zu integrieren. Sie sind nach dem Kurs fähig, Vorsichts- und Dosierungsmassnahmen zu formulieren, Sie kennen die Kriterien für die Patientenauswahl und Sie können ihre klinischen Befunde in einen Behandlungsansatz umsetzen.

Was lerne Sie sonst noch in diesem Kurs?

  • Wie Sie den N. Axillaris, N. Suprascapularis oder N. Musculocutaneus testen
  • Wie Sie Syndrome wie TOS, Nervenwurzelreizung, Tennisellbogen, Karpaltunnel, CTS, etc. erkennen und behandeln können
  • Wie Sie eine Reasoning gesteuerte Untersuchung der neurologischen Leitfähigkeit durchführen und verstehen, was die erhobenen Befunde bedeuten.

Zielgruppe: Dipl. Physio- und Ergotherapeuten/Innen, Aerzte/Innen.

Voraussetzung: NOI-Einführungskurs „Mobilisation des Nervensystems“, Maitland Level 2a oder GAMT Kursreihe B.

Untere Extremität, LWS und Becken (3 tage)

Dieser Kurs thematisiert die Untersuchung und Behandlung physischer Dysfunktionen der neuralen Strukturen im Bereich der LWS, des Beckens und der unteren Extremitäten. Der klinische Teil des Kurses umfasst spezifische neurodynamische Testverfahren betont für einzelne Nerven bzw. Nervenabschnitte. Fallstudien, klinische Aufgaben und Video-Sequenzen von Patientenbehandlungen werden dazu benutzt, klinische und theoretische Aspekte eines neuropathischen Syndroms zu analysieren, interpretieren und ins eigene Clinical Reasoning zu integrieren. Sie kennen nach dem Kurs die derzeitigen Evidenz basierten Grundlagen für die Untersuchungs-, Screenings- und Behandlungsverfahren bei Patienten mit Rückenleiden, im speziellen bei „unspezifischem“ low back pain. Sie kennen auch die Entstehungsmechanismen von geleiteten Schmerzen (referred pain) und können diese dem Patienten verständlich erklären.

Was lerne Sie sonst noch in diesem Kurs?

  • Wie Sie den N. Ilioinguinalis, N. Genitofemoralis oder N. Iliohypogastricus testen können
  • Wie Sie Syndrome wie Nervenwurzel-Irritation (LRS), Diskushernien, Piriformis Syndrom, unklare Leistenschmerzen, Tarsaltunnelsyndrom, Neuropathien des Fusses, etc. diagnostizieren und behandeln können
  • Wann, wo und wie Sie spezifische neurale Behandlungstechniken wie neurogene Massage in Ihrer klinischen Tätigkeit dosiert und gezielt anwenden können.

Zielgruppe:Dipl. Physiotherapeuten/Innen, Aerzte/Innen

Voraussetzung: NOI-Einführungskurs „Mobilisation des Nervensystems“, Maitland Level 2a oder GAMT Kursreihe B.

Wahlmodul - Schlaganfall, Schädelhirntrauma und andere schwerwiegende neurologische Störungen (4 Tage inkl. Patientenbehandlungen)

Dieser Kurs richtet sich an alle Therapeuten, die sich mit Läsionen des zentralen Nervensystems befassen, traumatisch, entzündlich oder vaskulär bedingt. Zusätzlich zu den allgemein anerkannten Behandlungskonzepten bietet speziell die Untersuchung neuraler Strukturen Ideen und Interpretationsmöglichkeiten der vielfältigen Probleme dieser Patientengruppe. Die spezifischen neurodynamischen Testverfahren werden an die Bedürfnisse der Patienten adaptiert. Klinische Beispiele und Bewegungsanalysen werden benutzt, auffallende Bewegungsmuster und -synergien, Tonusveränderungen, veränderte Sensibilität und verzerrte Wahrnehmung zu analysieren, zu interpretieren und ins eigene Clinical Reasoning zu integrieren. Das so Gelernte wird praktisch während Patientenbehandlungen unter Anleitung umgesetzt und während Patientendemonstrationen der Kursleitung anschaulich erklärt und diskutiert.

Durch eine konsequente Eigen- und Patientenevaluation wird der momentan bestmögliche Behandlungsansatz herausgefunden und an die stattfindenden Veränderungen angepasst – „shaping“. Nach dem Kurs sind Sie fähig, Vorsichtsmaßnahmen zu formulieren und Dosierungen zu wählen.

Was lernen Sie sonst noch in diesem Kurs?

  • Diverse Formen von Input als sensorische Informationsquelle zu benutzen,
  • Fazilitation von Alltagsaktivitäten im Hinblick auf funktionelle Ziele,
  • Lagerungen und Haltungskorrekturen unter neurodynamischen Aspekten,
  • wann, wo und wie Sie spezifische neurale Behandlungstechniken wie neurogene Massage in Ihrer klinischen Tätigkeit dosiert und gezielt anwenden können,
  • wie Sie bei schwerer Aphasie, Verständnis- und/oder Bewusstseinsstörungen trotzdem effektiv und schonend neurale Strukturen behandeln können,
  • Erstellung eines Eigenübungsprogramms.

Die Grundlagen für diese integrative Arbeit legte Gisela Rolf MA, Maitland Senior Instruktorin und IBITA Instruktorin, basierend auf ihrem breiten theoretischen Wissen vieler therapeutischer Konzepte und jahrzehntelanger praktischer Erfahrung mit Patienten.

Voraussetzung: NOI-Einführungskurs „Mobilisation des Nervensystems“ und Erfahrung in der Arbeit mit entsprechenden Patienten, ev. Ausbildung in einem anerkannten neurologischen Konzept.

Level 3


Das Sensitive Nervensystem – Schmerzmanagement (3 tage)

Dieser Kurs thematisiert in erster Linie die mehr chronischen, hartnäckigen Schmerzzustände bei Patienten. Er ergänzt und erweitert den Inhalt des Kurses „Schmerzen Verstehen“, v.a. bei der konkreten Umsetzung von Aufklärungsstrategien bei unspezifischen, chronischen Schmerzsyndromen. Weiterer Schwerpunkt des Kurses sind die pathobiologischen Mechanismen verbunden mit Output-Dysfunktionen, wie z.B bei Syndromen, die geprägt sind von motorischen oder autonomen Störungen. Sie werden neue Behandlungsstrategien in diesem Bereich kennenlernen, welche auf die Normalisierung des Körperschemas, der Bewegungskontrolle und auf Desensibilisierung hinzielen. Am Beispiel „Sudeck/CRPS“ lernen Sie, wann und wie diese neuen Methoden eingesetzt werden können.

Was lernen Sie in diesem Kurs?

  • Eine vereinfachte Darstellung von schmerzphysiologischen Abläufen, welche als „zentrale Verarbeitung“ bezeichnet werden
  • Die Mechanismen, welche bei Dysfunktionen dieser schmerzbiologischen Prozesse involviert sind, die dazugehörende klinische Präsentation und mögliche verbundene Risikofaktoren
  • Wie Sie bei Patienten mit Angst und Unsicherheit bei bestimmten Bewegungen wie z.B. HWS-Extension verschiedene Strategien zur Normalisierung des Bewegungsverhaltens einsetzen können
  • Die theoretischen Hintergründe des so genannten „Plazebo-Effekts“, damit Sie dieses Phänomen besser akzeptieren können und lernen, dessen enormen potentiellen Einfluss auf Ihre Behandlungsergebnisse als positiv zu betrachten
  • Wie Sie anhand eines Computer gestützten Trainings der Seitenerkennung (links-rechts Erkennung) und mittels Spiegelboxtraining „mental“ die Motorik trainieren können.
  • Wie Sie, obwohl die Beschwerden chronisch und unspezifisch sind, teilweise trotzdem hands-on und manuelle Techniken als Behandlungskomponenten einsetzen können.

Zielgruppe: Dipl. Physio- und Ergotherapeuten/Innen, Aerzte/Innen, Chiropraktoren/Innen

Voraussetzung: NOI Level 1 und Level 2.

Wahlmodul - Der problematische Schmerzpatient (3 tage)

Dieser Theoriekurs bezieht sich auf aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse aus dem Bereich der Grundlagenwissenschaften und klinischen Forschung um einen Einblick in sowohl akute als auch chronische Schmerzmechanismen und deren Therapien zu ermöglichen. Nozizeptive und neuropathische Komponenten werden vor dem Hintergrund von einflussreichen modulierenden kognitiven und emotionalen Einflüssen diskutiert. Pathologische und psychosoziale Beiträge zu chronischen Schmerzen und funktioneller Behinderung werden beschrieben. Es wird verdeutlicht, dass in beiden Fällen Veränderungen in der Verarbeitung von sensorischen Informationen im Zentralnervensystem vorliegen können. Weiterhin wird gezeigt werden, dass diese Veränderungen in den Schmerzbahnen im Rückenmark eine erstaunliche Ähnlichkeit zu solchen haben, die mit Lernvorgängen und (Langzeit-) Gedächtnis-Mechanismen in supraspinalen Zentren im Gehirn einhergehen.

Entscheidende Überschneidungen lassen sich mit Prinzipien aus der Kognitiven Verhaltenstherapie finden, welche wissenschaftlich nachweisbare positive Einflüsse auf die Schmerzwahrnehmung und das Schmerzverhalten eines Patienten ausüben können. Im Laufe des Kurses werden gezielte Schmerzmanagement Strategien mit Referenz zu ihrer neurobiologischen Grundlage unterrichtet.

Es gibt keine allgemeingültige ‘Technik’, um chronischen Schmerz zu behandeln. Jedoch können ein Verständnis der möglichen zu Grunde liegenden Schmerzmechanismen, ein Bewusstsein über psychosoziale Risikofaktoren (‘yellow flags’) und eine bewusste therapeutische Interaktion einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung und Progression einer schmerzhaft bedingten funktionellen Behinderung haben.

Zielgruppe: Physio- und Ergotherapeuten/Innen, Aerzte/Innen, Psychologen/Innen, Logopäden/Innen, Chiropraktoren/Innen

Voraussetzungen: keine Voraussetzung – allerdings ist eine Teilnahme am Kurs ‚Schmerzen verstehen’ oder Mobilisation des Nervensystems (MONTS) Kurs (Level 1) als Grundlage hilfreich.